Mit „Brotstudium“ meinte Schiller wahrscheinlich „Fachstudium“. Und hatte er nicht Recht-oder? Ich halte es prinzipiell für richtig, dass sich jeder Geschäftsmann, jede Firma über die Prinzipien, über die Grundsätze ihrer Geschäftstätigkeit und ihrer Produktion im Klaren sein muss. Dazu gehören Qualitätskriterien, das Abstecken der Grenzen, wo sind unsere Grenzen, wie verhalten wir uns zum Risiko, wie gehe ich mit Kunden um, Zielstellungen für Wachstum und Gewinn. All diese Prinzipien und Fragen, wenn sie entsprechend verallgemeinert, durchdacht und beantwortet werden, sind philosophische und können jedem Geschäftsmann helfen, sein Geschäft mit klarer Zielstellung und Richtung zu führen und Fehler zu vermeiden. Zur Philosophie, bzw. zu einem Spezialgebiet der Philosophie gehört auch die Ethik. Heute wird viel von Werten gesprochen wie Freiheit, Gerechtigkeit usw. Bei den alten Griechen oder im Christentum waren das damals die Tugenden. Damit war aber nicht gemeint, was eine Bundesregierung verteilt oder erwartet. Sondern es war gemeint, wie jeder einzelne handelt, aber nicht nur einmalig, sondern so antrainiert, dass dieses Handeln „in Fleisch und Blut“ übergegangen und eine prinzipielle Art von Handeln geworden ist. Bei den Griechen waren das die vier Haupttugenden: Tapferkeit, Gerechtigkeit, Weisheit und Mäßigkeit, im Christentum: Glaube, Liebe, Hoffnung und Demut. Bei einem Geschäftsmann heute werden aber genau so wie früher auch zahlreiche sogenannte Sekundärtugenden erwartet, die heute oft nicht mehr jungen Menschen von Eltern und von der Schule vermittelt, aber im Geschäftsleben überall gebraucht werden, wie Höflichkeit, Pünktlichkeit,

Genauigkeit, Ordentlichkeit usw. Insgesamt lässt sich also sagen, dass philosophische und ethische Antworten und Orientierungen für eine Firma, für ein Geschäft hilfreich sind und sie können eine klare und zielführende Leitung des Geschäftsganges wesentlich unterstützen.
 
Bernd Müller-Kaller im Juni 2017

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